Zwei Wochen bei Hands at Work in Südafrika und Eswatini

Im Rahmen des „Patenprojekts Afrika“ war unser Team im Juli für zwei Wochen zu Besuch bei „Hands at Work in Africa“ in Südafrika und Eswatini.

Nachdem unser Team am Montag, den 13. Juli, in Johannesburg angekommen war, sind wir mit zwei Mietwagen nach White River zur Zentrale von Hands at Work gefahren und haben dort zwei Nächte verbracht, um die Organisation genauer kennenzulernen. Dazu gehörten ein Besuch des nahegelegenen Care Points in Mafambisa, der uns erste Einblicke bot, sowie ein intensives Gespräch mit George und Carolyn Snyman, den Gründern von Hands at Work, die uns von den Anfängen berichteten. Am Abend vor der Abreise nach Eswatini haben wir von Sisanda (Mitarbeiter von Hands at Work) eine ausführliche Einführung zu der Arbeit und den lokalen Strukturen in Eswatini bekommen.

Der Care Point Mafambisa

Am Mittwoch sind wir gemeinsam mit unseren Reisebegleitern von Hands, Sisanda, Vusi und Nesta nach Eswatini aufgebrochen, um dort den Care Point „Msengeni B“ zu besuchen. Dieser liegt im Nordosten von Eswatini kurz vor dem Dorf Lomahasha, das direkt an Mosambik grenzt. In dem Care Point Msengeni B werden zurzeit 75 Kinder von sieben Care Workern betreut, die die Kinder im Alltag begleiten, ohne dafür bezahlt zu werden. In unserer Zeit am Care Point haben wir gelernt, dass Hands at Work nicht nur am Care Point wirkt, sondern auch bei vielen anderen Dingen hilft. Zum Beispiel unterstützt Hands die Schulbildung der bedürftigen Kinder finanziell, wenn z.B. Schuluniformen besorgt werden müssen. Hands mobilisiert auch die lokale Kirche und sorgt dafür, dass die Kinder, wenn notwendig, die lokale Klinik aufsuchen können. Zentral ist dabei das Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Des Weiteren waren wir beeindruckt zu sehen, wie der Care Point inmitten einer gesellschaftlich, sozial und wirtschaftlich kaputten Region ein Ort von Freude und Gemeinschaft ist. Er bietet nicht nur eine warme Mahlzeit und eine Auszeit für die Kinder, sondern hat sich zu einem sicheren Rückzugsort entwickelt, der die ganze Community stützt, zum Bespiel durch das monatliche Community Prayer, das wir am Freitag miterleben durften und bei dem Markus gebeten wurde, als Pastor zu predigen. Einmal im Monat kommen alle, die Zeit und Lust haben, zum Care Point, um gemeinsam zu singen, Probleme zu teilen und füreinander zu beten. Oder durch die wöchentlichen Treffen der „Primary Caregiver“ und „Young Moms“, die von den Care Workern geleitet werden und den Großmüttern und Müttern die Möglichkeit geben, sich über ihre Probleme auszutauschen und Hoffnung und Stärkung in der Gemeinschaft zu finden.

Die tiefgreifende Arbeit der Care Worker haben wir auch durch die Holy Home Visits kennengelernt. Während unserer Woche in Msengeni haben wir diese vormittags begleitet. Gemeinsam mit den Care Workern sind wir in kleinen Gruppen zu den Familien der Kinder nach Hause gegangen und durften sehen, wie sie leben und vor allem ihre ganz persönlichen Geschichten hören. Gerade bei den Hausbesuchen haben wir viele sehr emotionale Momente erlebt, die uns nachhaltig im Kopf bleiben und uns mit verschiedenen Gefühlen zum Nachdenken gebracht haben.

Nach den Holy Home Visits haben wir die Kinder und Care Worker in ihrem Alltag am Care Point begleitet. Ein Teil von uns hat beim Schneiden von Gemüse und Kochen von „pap“ (Maisbrei) geholfen, während die anderen mit den kleinen Kindern gespielt haben oder mit den Care Workern ins Gespräch gekommen sind. Gegen Nachmittag sind dann die älteren Kinder aus der Schule zum Care Point gekommen, um nach einem gemeinsamen Gebet und Singen zusammen Mittag zu essen. Danach war noch Zeit für Spiele, Spaß und ein paar nette Gespräche mit den älteren Kindern, bevor sich alle auf den Heimweg machten. Es war für uns schön zu sehen, dass die Kinder sich am Care Point sicher und geborgen fühlen und gemeinsam essen und spielen können.

Nach zwei ersten eindrucksvollen Tagen am Care Point haben wir am Sonntag am Gottesdienst der lokalen Kirche „Assemblies of God“ in Msengeni teilgenommen und Markus wurde gebeten, die Predigt zu halten. Der Gottesdienst war für viele von uns eine eindrucksvolle und herzliche Erfahrung, da wir Kirche auf eine völlig andere Art erleben durften. Der Gottesdienst war geprägt von fröhlichem, lautem Singen und Tanzen und herzlicher Gemeinschaft und nach gut zwei Stunden zu Ende.

Am Montagvormittag besuchten wir die lokale Grundschule in Msengeni. Unser Reiseleiter hat die Kinder kurz gegrüßt und dann hatten wir die Möglichkeit, einen Blick in die Klassenzimmer zu werfen und die Kinder persönlich zu treffen. Vor allem war es sowohl für uns als auch für die Kinder des Care Points schön, diese in der Schule zu treffen. Als junge Reisegruppe war dieser Besuch für uns besonders eindrucksvoll. Viele von uns haben vor kurzem die Schule abgeschlossen, weshalb es für uns sehr interessant war, das Schulsystem in Eswatini und die Schule der Kinder vom Care Point kennenzulernen.

Am Dienstagnachmittag konnten wir außerdem die lokale Klinik in Lomahasha besuchen und haben dort eine Führung durch die Anlage bekommen. Die Klinik kämpft aktuell wieder stärker mit der Bekämpfung von HIV/Aids. In der Region sind laut Klinik vor allem junge Erwachsene (16 bis 30 Jahre) betroffen, und laut ihrer Schätzung sind weit über 80 % der jungen Erwachsenen infiziert. Der Besuch der Klinik war für uns ebenfalls sehr eindrucksvoll.

Am darauffolgenden Morgen fuhren wir nach Lomahasha. Dort steht ein großer Container mit jeglichen Lebensmitteln und Vorräten, wie Mais, Reis, Speiseöl, Fisch und Klopapier. Die Vorräte werden einmal im halben Jahr in großen Mengen gekauft und dann im Laufe der Zeit an die drei Care Points gebracht, die vom Hands Service Center in Lomahasha koordiniert werden.

Im Anschluss ging es für uns noch kurz auf den Markt in Lomahasha und dann wieder zum Care Point. Für Mittwoch hatten wir nämlich den „Fellowship Day“ geplant. An diesem Tag wollten wir mit den Care Workern zusammenkommen und ihnen unsere Wertschätzung und Dankbarkeit für ihre wertvolle Arbeit zeigen. Zuerst haben wir in kleinen Gruppen die Care Worker bei ihnen zu Hause besucht und uns ihre Geschichten angehört. Diese Situation haben wir dann auch genutzt, um einen Haussegen zu sprechen und den Care Workern ein oder zwei Bibelsprüche zu schenken und so unsere Wertschätzung auszudrücken. Danach haben wir als Zeichen der Wertschätzung den Care Workern die Füße gewaschen, den Rücken massiert und die Fingernägel lackiert. Zudem haben alle einen bedruckten Pullover mit dem eigenen Namen bekommen. Auch wenn die Sprachbarriere es teilweise schwer gemacht hat, sich miteinander auszutauschen, wird uns dieser Tag vor allem als ein Tag voller Freude, Lachen und Gemeinschaft in Erinnerung bleiben.

Ein paar der Begegnungen, die uns besonders im Kopf bleiben werden, sind die mit den „Young Moms“. Sie sind zwischen 16 und 18 Jahre alt und kommen regelmäßig mit ihren Kindern zum Care Point, um dort zu essen und zusammenzukommen. Es war gut zu sehen, dass die „Young Moms“ sich nicht nur gegenseitig unterstützen, sondern auch durch ein wöchentliches Treffen gemeinsam mit den Care Workern Unterstützung von „Hands at Work“ bekommen. Die Gespräche mit ihnen waren für uns sehr besonders und berührend, da die meisten von uns im gleichen Alter sind, wir vielleicht ähnliche Träume oder Wünsche haben, trotzdem aber in völlig anderen Lebenssituationen sind.

Nach genau einer Woche des Zusammenseins haben wir uns am Mittwochnachmittag von den Kindern und am Donnerstagvormittag von den Care Workern verabschiedet. Nach einer kleinen Abschlussrunde mit einem gemeinsamen Gebet und Gesang haben wir zum Abschied zwei deutsche Segenslieder gesungen und noch gemeinsam Mittag gegessen. Danach hat unser Team für zwei Nächte den Krüger-Park besucht, bevor wir am Sonntag, den 26. Juli nach einem Gottesdienst der Methodisten-Kirche in Hazyview zurück nach Deutschland geflogen sind.

Jeden Tag in Eswatini begann unser Reiseleiter mit einem Spruch als Tagesmotto. Besonders im Kopf geblieben ist mir dabei das afrikanische Sprichwort: „If you think you are too small to make a difference, try to sleep in a closed room with a mosquito.” / “Wenn du denkst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, versuch, in einem Zimmer mit einer Mücke zu schlafen.“ Dieses afrikanische Sprichwort passt sehr gut und ermutigt, angesichts der Ohnmacht, die man bei all den nicht lösbaren Problemen manchmal fühlen kann, trotzdem seinen eigenen Beitrag zu leisten.

Unser besonderer Dank gilt all unseren Unterstützern. Die große Spendenbereitschaft für diese Reise hat uns sehr erfreut. Zusätzlich haben wir von den folgenden Organisationen großzügige Zuschüsse erhalten, für die wir an dieser Stelle von Herzen Danke sagen möchten. Dadurch wurde diese Reise erst ermöglicht und hat uns unvergessliche Erlebnis und viele wunderbare Erinnerungen geschenkt.

Wir danken für die Unterstützung: Bingo Umweltstiftung (Hannover), Brot für die Welt (Berlin), Kirchlicher Entwicklungsdienst (Hannover), Stadtwerke (Winsen/Luhe), St. Marien Stiftung, (Winsen/Luhe), Stiftung Kirche mit Zukunft, (Winsen/Luhe), Gustav Viebrock Hilfsprojekte e.V., (Harsefeld).

Wir sind mit sehr vielen Eindrücken und neuen Freunden gesegnet zurück nach Deutschland gekommen und werden die Erfahrungen, die wir gesammelt haben, noch lange im Kopf behalten.

Einen ausführlichen Reise- und Erfahrungsbericht wird es am 19. August 2026 in Winsen geben.

Für die gesamte Reisegruppe

Nele A.